Nachbarschaft

Es gibt 12 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von Einsamer Löwe.

  • Hallo, das ist mein erster Beitrag und ich möchte gleich damit anfangen was mich am meisten stört. Ich wohne in einem relativ kleinen Mietshaus mit 9 Parteien. Wohne da seit 1996 und hab so gut wie keinen Kontakt zu den anderen Mietern, muss dazu sagen dass bei mir eine ängstlich, vermeidende Persönlichkeitsstörung und eine ausgeprägte soziale Phobie diagnostiziert wurde (in einer Fachklinik).
    Für mich ist die Wohnsituation mittlerweile unerträglich geworden. Die anderen Mieter sind alle miteinander befreundet, vor allem im Sommer treffen sich alle und es wird gegrillt u.s.w.
    Ich gehöre nicht dazu und will es auch gar nicht, nur leider wird das halt nur ungern gesehen, dass sich da jemand ausschließt.
    Mein Problem ist, dass ich weiß, ich muss hier ausziehen, nur hab ich totale Angst davor vom Regen in die Traufe zu kommen und wieder in so einem "tollen" Haus zu landen. Leider fehlen mir die finanziellen Mittel um mir ein eigenes Häuschen leisten zu können, wär aber für mich genau das Richtige. Wünsche mir abgeschieden zu wohnen, ohne neugierige Nachbarschaft. Ich hab einen richtigen Hass auf die Leute entwickelt, wenn ich die schon sehen könnte ich kotzen (sorry, ist aber so).
    Naja, jetzt verbring ich meine Freizeit damit nach Möglichkeiten zu suchen, wie ich mir ein für mich angenehmes Wohnumfeld schaffen kann. Ich bin sowieso nicht der Großstadt Typ, würde viel lieber ländlicher, abgeschiedener Wohnen. Wie geht es Euch so mit Eurer Nachbarschaft?
    Gruß

  • Oje, Nachbarn wirst du wohl überall irgendwie haben, und gerade im ländlichen Bereich, wo ja jeder jeden kennt (oder zu kennen glaubt), achten die Leute gerne auch mal verstärkt aufeinander.
    Wenn du deine jetzige Wohnsituation als so unerträglich empfindest, ist es verständlich dass du da wegziehen willst. Allerdings kann es in deiner nächsten Nachbarschaft ebenfalls unerfreulich werden (muss ja nicht), und was dann? Wieder flüchten? Ist auf Dauer möglicherweise nicht die optimale Lösung.
    Vielleicht bist du besser bedient, wenn du dich vor Ort auseinandersetzt - immerhin hast du es da mit einem "Feind" zu tun den du bereits kennst.
    Als ängstlicher Vermeider hast du es echt nicht leicht im Leben, Verdandi. Da du bereits eine Diagnose hast, und die sogar aus einer Fachklinik, muss ich wohl davon ausgehen, dass schon Therapeutische Maßnahmen ergriffen wurden, und diese mit offenbar nur mäßigem Erfolg?


    Es ist vielleicht eine Überlegung wert, das Nachbarschaftsproblem vor Ort einmal richtig in Angriff zu nehmen, dann hast du nämlich Ruhe. Wenn du immer wieder umziehst (wegläufst), wirst du auch immer wieder aufs Neue mit solchen Problemen in Berührung kommen, meinst du nicht?


    Jetzt aber erstmal Willkommen hier, Verdandi. Mögest du dich bei uns wohlfühlen :)

    Ich hatte mich gerade hingelegt, da fragte eine Stimme:
    "Was ist der Sinn des Lebens?"
    Und ich antwortete:
    "Mach jetzt bloß keinen Stress."

  • Unangenehme Situation, in der du da bist. Das ist aber auch Pech, dass die anderen alle so gerne Kontakt miteinander haben. Wenn du aus finanziellen Gründen keine Wahl hast, als vorerst in der Stadt zu bleiben, wäre vielleicht ein Haus mit mehr Mietparteien besser, auch wenn das nicht wirklich schön ist. Bei einem Haus, dass keinen Garten, also keinen gemeinschaftlichen Platz hat und in dem viele Mieter wohnen die vielleicht auch häufiger mal wechseln stehen die Chancen für weniger stark ausgeprägte Bindungen innerhalb des Hauses vielleicht ganz gut.


    Ich selbst bin momentan auch nicht überglücklich mit meiner Wohnsituation. Da ich studiere kann ich es mir auch nicht leisten, eine Wohnung ganz für mich zu haben und habe darum noch einen Mitbewohner. Ich hätte kein Problem damit mit jemandem zusammenzuwohnen, der mir nahesteht, aber das kommt nicht oft vor und mit so einer erzwungenen Gemeinschaft bin ich gar nicht zufrieden. Ich koche darum eigentlich nur etwas Richtiges, wenn ich mir einigermaßen sicher bin, dass er eine Weile weg ist und ich die Küche ganz für mich habe. Ich leide aber zumindest nicht total unter der Situation, weil ich ja weiß, dass es nur für die Zeit des Studiums ist und mein Mitbewohner meist ruhig ist und ich dann meine Ruhe habe. Unterhalb der restlichen Mieter gibt es glücklicherweise sowieso keinen Kontakt, wahrscheinlich dadurch begünstigt, dass alle völlig unterschiedlichen Alters und die einen Japaner, die anderen Niederländer und mein Mitbewohner und ich Deutsche sind.

  • mit Nachbarn gibt es sehr sehr oft Probleme. Manche sind unerträglich laut, spielen nachts laut Musik oder etwas anderes, beschweren sich ständig usw. Auf dem Land, wenn du z.B. in eine intakte Dorfgemeinschaft kommst, wird es sehr ungern gesehen, wenn du dich ausschließt. Kann natürlich auch sein, dass du irgendwo hin kommst, wo die Menschen einander in Ruhe lassen.


    Ich würde mal eine Pro und Contra Liste anfertigen, was gut an deinen jetzigen Mietshaus ist und was schlecht ist. Möglicherweise ist deine Situation garnicht so schlecht, wie du es jetzt siehst. Ich weiss aus Erfahrung, dass Einzelgänger dazu neigen, vieles zu negativ zu sehen.

  • Danke für die Antworten. Serenity : ja, ich mache jetzt seit ca. 2 Jahren eine Psychotherapie, hat an meinen Problemen aber nicht wirklich etwas verbessert. Man wird sich zwar über vieles klar und man begreift auch warum die Dinge so sind wie sie sind, aber um sich wirklich zu ändern braucht es glaube ich Jahre und harte Arbeit. Wobei ich mir dann auch wieder denke wieso soll ich mich ändern? Ich mag mich eigentlich wie ich bin, nur die anderen haben ein Problem damit. Es ist leider nicht nur die Nachbarschaft, ich möchte hier aus der Großstadt auf jeden Fall wegziehen. Ich brauch einfach ein ruhigeres Umfeld, das mich weniger stresst. Ich hab hier auch schon Beiträge gelesen von Leuten denen es genauso geht und das tut dann doch irgendwie gut. Man hat ja manchmal das Gefühl als wäre man sowas wie ein totaler Freak. Aber wenn ich hier Beiträge lese wo es genau um die gleichen Dinge geht die mich beschäftigen und ärgern, dann fühl ich mich schon etwas besser.

  • Ich hab einen richtigen Hass auf die Leute entwickelt, wenn ich die schon sehen könnte ich kotzen (sorry,


    Kann ich gut verstehen. In einem Haus zu leben, in dem jeder mit jedem befreundet sein MUSS, ist schon als Gedanke unerträglich. Für deutsche Verhältnisse ist so ein "Zusammenhalt" aber eher die Ausnahme. In der Stadt stehen die Chancen für Dich gut, eine Wohnung zu finden mit Nachbarn, die sich um andere kaum oder gar nicht kümmern. Du müsstest schon extrem Pech haben, um wieder in ein ähnliches Umfeld zu geraten. (Im ländlichen Raum, na ja, da könnte es möglicherweise wieder schiefgehen...)


    Dass Du Ruhe hast, wenn Du Dich dem Nachbarschaftsproblem stellst (wie von Serenity prophezeit), glaube ich eher nicht. Du hast es ja nicht nur mit einem Nachbarn zu tun (was schon genug wäre), sondern mit einem ganzen Haus. Eine Auseinandersetzung mit einer eingeschworenen Gemeinschaft, einer Gruppe, kann dazu führen, dass sich Deine Situation noch verschlimmert. Sowas gelingt in Filmen, für die man das Drehbuch geschrieben hat. In der Realität klappt es selten.


    Wünsche Dir viel Glück bei der Suche nach einer geeigneten Wohnung, Verdandi! Ach ja - und rd23wf im Forum!

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