Schulzeit des Einzelgängers

Es gibt 39 Antworten in diesem Thema. Der letzte Beitrag () ist von VapourNerd68.

  • Mich würde mal interessieren, ob Ihr es in der Schule schwer hattet mit den Mitschülern umzugehen. Stichwort mobbing etc. Ich fände es interessant, wenn hier jeder der Lust hat, mal seine Erlebnisse diesbezüglich aus dieser Zeit schildert. Dann könnte man mal vergleichen. Ich denke, es wird viele übereinstimmungen geben. Das ist zwar ein sehr persönliches Thema, aber hier ist ja alles anonym. Und weil ich die Kugel angestoßen habe, werde ich auch gleich mal anfangen.


    In der Kindergartenzeit war ich schon irgendwie anders. Die andern spielten miteinander, während ich hauptsächlich damit beschäftigt war, die Spiele der anderen zu stören. Die anderen wollten dann natürlich garnicht mehr mit mir spielen und so hab ich eigentlich schon im Kindergarten mein eigenes Ding durchgezogen. Litt aber nicht darunter.


    Dann begann die Schulzeit. In meiner Klasse waren einige, die nicht in die zweite Klasse versetzt wurden, also sitzengeblieben sind. Das waren ziemlich gewalttätige Idioten und ich als stiller schmächtiger Bursche, hatte sehr unter ihnen zu leiden. Ich wehrte mich auch nicht, denn ich erkannte, dass ich ihnen letztendlich doch unterlegen sein würde. Durch diesen ständigen Stress, wurde ich immer schlechter in der Schule und blieb schließlich in der ersten klasse sitzen.


    Nun begann ich also die erste Klasse nochmal von vorn. Diese Klasse war gut. Ich fand gleich Anschluss, außer zu den Mädchen. Zu denen hatte ich irgendwie schon immer ein gestörtes Verhältnis. Ich freute mich auch auf die Schule und alles war eigentlich gut. Allerdings hatte ich dann recht tragische Familiäre Probleme, die ich hier nicht näher erläutern möchte. Außerdem würde dies eh nichts zur Sache tun. So kam es dann, dass ich die vierte Klasse gerade so schaffte und eine empfehlung für die Hauptschule bekam.


    Auf der Hauptschule ging es natürlich viel rauer zu, als in der Grundschule. Aber hier kam mir eine Erkenntnis, die mir doch eigentlich sehr geholfen hat. Und zwar die, dass es besser ist sich zu wehren und dann auf die Fresse zu kriegen, als sich garnicht zu wehren und dauernd schikaniert zu werden. Das war dann wohl die Zeit wo ich am meisten einsteckte, aber komischerweise innerlich trotzdem zufriedener war als in der Grundschule. Zu der Zeit hatte ich für meine Verhältnisse viele und sehr enge Freunde und war dauernd unterwegs nach der Schule. Es waren bloß die falschen Freunde. Und so kam es dann, dass ich lieber saufen war, als in der Schule, was dann letztendlich dazu führte, dass ich ein sehr mieses Hauptschulzeugnis bekam.


    Zum "richtigen Einzelgänger" wurde ich dann eigentlich erst während meiner Ausbildung zum Maurer. Ich merkte dass das Leben in dieser Form nichts für mich ist und die Menschen in meiner Umgebung mir nichts gaben. Ich begann gedanklich neue Pfade zu beschreiten, zog mich immer mehr zurück, begann zu lesen und entdeckte die Natur für mich.





    ..,- fertig ist das Mondgesicht ;)

  • Schule fand ich uninteressant, in der Grundschule hat mich am meisten der Sport gestört. Ich hasse Sport, war immer so und wird immer so bleiben. :D 
    Mir ging es Sonntag schon immer schlecht, weil Montag wieder der Scheiß Sport anstand, hat mich so genervt.
    Dann habe ich die Anmeldung in der Realschule torpediert, da mußte man seine Anmeldung innerhalb einer bestimmten Frist abgeben.
    Habe ich natürlich nicht und die Frist auch schön für mich behalten, ich wollte lieber mit den Leuten die ich schon kannte auf der Hauptschule rumhängen. Ich hasse Veränderungen, jede Form von Veränderungen, war damals auch schon so.
    Dann wurde ich nach Ablauf der Frist für eine Woche zur Realschule geschickt, so eine Art Probeunterricht. Habe nichts getan und durfte wieder zur Hauptschule zurück kehren. :P 
    Ein Jahr später wurde ich in einem Internat angemeldet, eine Privatschule so ein Scheiß. In Fulda, oh Mann. Ein katholisches Internat noch dazu, mein Patenonkel Studiendirektor hat das angeleiert. Kosten 1500 DM im Monat, sind die bescheuert. Das war richtig viel Geld so 1971.
    Auch dort gab es eine Probewoche, Sonntag angeliefert worden, gut war das man da als Neuer in Quarantäne kommt, Krankenstation Einzelzimmer und nicht in Schlafsäälen übernachten mußte.
    Die wollen erstmal wissen wie man so drauf ist. Wie schon, wie man als 13 jähriger so ist eben. Ich hatte reichlich Zigaretten eingepackt und Schokolade und Micky Mouse, Geld hatte ich auch.
    Unterricht keine Beteiligung, hab es geschafft keine Hausaufgaben zu machen, obwohl man die da unter Aufsicht machen mußte, Beten keine beteiligung, mußte ich nicht als evangelischer. Die beteten nämlich dauernd.
    Ich hab alles ignoriert, Fernsehen war dort nur 1,5 Stunden am frühen Abend möglich, wie im Knast.
    Dort sollte ich bis zu meinem Abitur bleiben, also mindestens 7 Jahre. Da begann ich über die Fremdenlegion nachzudenken, ist nicht schlimmer aber nützlicher.
    Am darauf folgenden Samstag wurde ich nach Hause entlassen wegen hoffnungslos, nahm mir ein Taxi zum Bahnhof, kaufte Fahrkarte, Dosenbier und Zigaretten und war glücklich. Gegen 16 Uhr stand ich zuhause auf der Matte, bin wieder da, alles klar?
    Die waren voll geschockt, von da an haben sie nicht mehr versucht mich abzuschieben.
    Damit war dann auch meine Laufbahn entschieden, es wird nichts vernünftiges draus. :D

    Es gibt 2 Worte im Leben die Dir so manche Türe öffnen können: "Drücken" und "Ziehen"


  • Am darauf folgenden Samstag wurde ich nach Hause entlassen wegen hoffnungslos, nahm mir ein Taxi zum Bahnhof, kaufte Fahrkarte, Dosenbier und Zigaretten und war glücklich. Gegen 16 Uhr stand ich zuhause auf der Matte, bin wieder da, alles klar?


    Das könnte von Charles Bukowski sein... :thumbsup: 

  • Die gesamte Schulzeit war bei mir sehr anstrengend. Viele laute unbekannte Menschen, das ist gar nicht für mich.


    In der Grundschule war es auch schon so das ich eher alleine war, aber erst in der Orientierungsstufe wurde es schlimm. Die Klassen waren übervoll und dazu kam das verschiedene Fächer in Kursen unterrichtet wurden in denen die Klassen "gemischt" wurden. Mit anderen Worten immer viele unbekannte um mich herum. Da hatte ich keine Chance, meine Noten wurden schlechter und ich bekamm dann auch eine Hauptschulempfehlung.


    In der Hauptschule war es wie "Der Zorn Gottes" schon treffend beschrieb rauer. Ich mußte mich darum kümmern irgendwie durchzukommen, zum lernen hat es da nicht mehr gereicht. Ich stand permanent unter Anspannung. Ich habe mich einer Clique angeschlossen. Es waren aber leider nur falsche Freunde, auch keine "richtigen" Freunde. Man hing halt zusammen rum. Aber dort hatte ich die Gelegenheit den Stress durch Alkohol und Drogen abzubauen. Das war damals irgendwie ein Ventil. Das Abschlusszeugnis sah auch entsprechend aus.


    In der Berufsschule ging es dann ähnlich weiter. Schlechte Zeugnisse, Ärger bei der Arbeit. Die vielen Menschen um mich herum haben mich einfach nur gestresst. Kontakte habe ich zu den Mitschülern dort gar keine gehabt.

  • Meine Schulzeit war unauffällig. Da gab es noch richtige Freundschaften. Leider steht zu keinem mehr irgend welcher Kontakt, da alle seit vielen Jahren schon verheiratet und weggezogen sind.


    Zum Einzelgänger wurde ich nur, da alle die ich später kennenlernte, und meinte es wären neue Freunde, diese bis heute nur auf Ausbeuten und Ausnutzen waren. Viel geben, und nichts zurückbekommen.

  • Kindergarten war Mist. :thumbdown: Schreckliche Erzieherinnen (DDR) , Kinder mit denen ich nix anfangen konnte und ich wollte oft einfach nur heim .Grundschule ging halbwegs. Realschule auch einigermaßen.

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