Kreative Erzeugnisse von Einzelgänger

  • Hallo Liebes Forum,


    Ich habe diesen Thread eröffnet um eigene literarische Erzeugnisse dem Forum zu präsentieren. Ich schreibe seit langem für Mich und vielleicht hilft euch ja auch einiges davon. Gedichte, Kurzgeschichten, Seltsamkeiten des Alltags... All das findet in diesem Thread Platz.
    Ich werde euch zudem zu jeder "Veröffentlichung" einige Hinweise zum Kontext geben, damit ihr versteht warum ich es so schreibe, wie ich es schrieb und warum ich es für würdig erachte dem Forum zugänglich gemacht zu werden. Nicht alles muss mit Einzelgängern und ihrer Lebensweise zu tun haben, jedoch werdet ihr merken, dass meine literarischen Werke nicht unwesentlich von diesem Aspekt geprägt sind. Werft einen Blick aus meinem Höhlenausgang (Bezug auf das Höhlengleichnis ;) ).

  • Vor geraumer Zeit setzte ich mich an das Verfassen eines Songtextes. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eine sehr melancholische Phase und beschäftigte mich sehr mit den themen Tot, Vergänglichkeit, usw. . Ein für mich nicht beunruhigender Fakt, da ich musikalisch sehr in die Richtung Metal und Gothic orientiert bin. Eine Strophe stach jedoch, was die lyrische Qualität betrifft sehr heraus. Diese möchte ich euch gerne präsentieren.


    Zitat

    Wir lebten auf dem Spielplatz des Teufels
    Keiner wollte hier alleine sein
    Doch war ich stets alleine
    Drum musste ich der Teufel sein

    Der einzelgängerische Aspekt des Liedes bzw. die Ausgrenzung und Anfeindung des lyrischen Ichs ist dem gesamten Lied in dieser einen strophe am stärksten inherent.

  • Der Vollständigkeit halber hier ebenfalls auch noch die bereits mit euch geteilten Schrifttücke aus dem "Einzelgänger und ihre Ticks" Thread:


    Ein Gedicht:


    Und weil ich heute ebenfalls kreativ war ein weiteres Stück Prosa:


  • Zitat

    Die Halle lag verlassen da. Der Geruch von Moder und Staub lag in der Luft. Das weiß der Wandverkleidung war ermattet. Das Glas des gewölbten Daches war mit Rissen überseht.
    Im Staub der den Boden bedeckte, bildeten sich Fußabdrücke. Rasselndes Atmen war zu vernehmen. Ein bleicher Schatten flackerte in die Realität. Das Wesen verzog sein Gesichter vor Schmerzen und krallte seine Finger die umgebenden Ausläufer seiner Dimension. Es wusste nicht was es war und wo es war, aber es war. Es krallte sich an das Neue, das Feste. Es riss am Sein seiner Umgebung und nach seinem Verstand, der zu entgleiten drohte. Wie aus einem Geburtskanal presste es sich in den Verfall seiner Umwelt.
    Es gelang ihm endlich sich zu befreien und seine Finger bohrten sich in den Boden seiner Umgebung. Risse bildeten sich von den Eintrittsstellen seiner Finger in alle Richtungen aus. Aus diesen quollen Funken und Nebel in die Luft. Das weiß der Haut strahlte in die Finsternis der Halle. Es trottete weiter die Halle entlang bis auf eine Empore kam. Um es herum stieg in der Dunkelheit der Nebel auf und das glitzern warf abstrakte Schatten an die Wände. Es starrte nach oben durch das Glasdach in den mit schwarzen Wolken verhangenen Himmel, durch den kein Lichstrahl drang.
    Es senkte den Blick auf den verdreckten Boden und schrak zurück als eine Zeitschrift raschelte, auf die es gerade getreten war. Langsam schritt es über diese hinweg und näherte sich dem rand der Empore. Links und Rechts davon wanden sich Wendeltreppen hinunter. Der unter dem Wesen liegende Bereich war überflutete. Das Wasser stand Wadenhoch und drang aus einem geplatzten Rohr eines Brunnens. Das Glasdach schwenkte auf der anderen Seite nach unten und ging in eine Glaswand über.
    Das Wesen sah das es ein Ort zum sein war und schritt eine der Wendeltreppen hinunter. Es watete durch das Wasser zum Brunnen und setzte sich auf die Spitze des Springbrunnens.
    Es hockte auf der Spitze und genoss den Panoramablick durch die Wand. Seine Füße passten sich der Form der Spitze an und verschmolzen mit ihr. Die helle Haut verwandelte sich in weißes Holz und erstarrte. Langsam verschmolz es mit dem Sprinbrunnen. Seine Zehen wuchsen und wurden zu Wurzeln. Langsam legte sich nun auch der Nebel über das Wasser und brachte es zum glitzern. Es fluoreszierte und beleuchtete das Wesen von unten. Seine Wurzeln rankten sich weiter ins Wasser und bekamen Knospen in den schillernsten Farben. Der Ausblick war karg, bösartig, einsam, verseucht. Es streckte die Arme gegen den Himmel und ließ sich ein grünes Blätterdach wachsen. Es erstarrte in seiner kleinen eigenen Oase. Sein letzter Blick bevor es gänzlich Baum... Leben wurde, galt einem verbleichten Totenschädel am Fuße des Springbrunnens aus dessen Augenhöhle eine Lotusblüte wuchs.

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