Soziale Phobie

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  • Die Soziale Phobie oder "krankhafte Schüchternheit" ist eine Situationsangst. Sie bezieht sich vor
    allem auf Handlungen, die von anderen Personen beobachtet werden können.
    Und die diese Handlungen kritisieren könnten.
    Soziale Phobien beginnen meist in Kindheit und Pubertät, wo sie in bestimmtem Rahmen noch als normal gelten. Schüchternheit, starke Schüchternheit.

    Die soziale Phobie bezieht sich stets auf Handlungen, die sich unter Beobachtung durch Dritte abspielen, die das Verhalten nicht nur beobachten, sondern möglicherweise auch kritisieren könnten. Sie äußert sich nicht nur in Ängsten vor Examina, öffentlichem Auftreten u. a., was nachvollziehbar wäre. Schwerpunkt sind vielmehr Alltäglichkeiten, nämlich die Angst vor gesellschaftlichen Anlässen: Partys, Einladungen, Restaurants, Freunde, vor allem aber fremde Menschen treffen müssen, insbesondere des anderen Geschlechts. Also die Angst in Gegenwart anderer das Wort ergreifen, essen, trinken, schreiben, telefonieren, die Angst, ein Geschäft, ein Büro betreten zu müssen usw.


    Etwa 2 bis 16% der Gesamtbevölkerung sollen von sozialer Phobie oder Agoraphobie betroffen sein.


    Sozialphobiker sind von sich aus ängstlich oder in ihrer Persönlichkeitsstruktur verletzlicher. Die Auslösung der Krankheit erfolgt dann durch entsprechende Umweltbelastungen, meist Kränkungen, Frustrationen oder Demütigungen.

    Neuerdings wird auch eine erbliche Belastung nicht ausgeschlossen.


    Die soziale Phobie besteht aus einem seelischen, gedanklichen und organischen Teil mit vegetativen Störungen.


    Allgemeine Probleme,

    Immer mehr Menschen haben Probleme im Umgang mit den anderen. Viele würden die täglich anfallenden sozialen Kontakte am liebsten vermeiden und wären froh, wenn sie möglichst wenig mit anderen zu tun hätten.

    Dies ist noch normal.


    Krankhaft wird es, seelisch, psychosozial

    Angst, von anderen (kritisch) wahrgenommen und beachtet, wenn nicht gar beobachtet zu werden, auch wenn man dazu keinerlei Anlass gegeben hat. Ganz zu schweigen von der Angst vor Situationen, in denen man im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen könnte oder sich in der Tat prüfenden Blicken durch andere ausgesetzt sieht. Dabei die Furcht, Fehler zu machen, sich zu blamieren, peinliche Situationen zu provozieren oder gedemütigt zu werden.


    Sozialphobische Ängste zentrieren sich auf die Furcht, in Gegenwart anderer das Wort zu ergreifen, gemeinsam mit anderen zu essen, zu trinken, zu plaudern, etwas aufschreiben zu müssen, bei fremden Menschen noch ausgeprägter als bei Bekannten, vor dem anderen Geschlecht stärker als vor dem eigenen. Entscheidend ist die Furcht vor eigenen Fehlern bzw. Fehlhandlungen und damit von negativer Aufmerksamkeit, Spott oder gar Erniedrigung.


    Angstzustände im körperlichen Bereich gehen vor allem mit sogenannten vegetativen Störungen einher, d. h. mit Schweißausbrüchen, Herzrasen/Herzklopfen, Erröten, Händezittern, Übelkeit, Schwindel, Drang zum Wasserlassen, trockenem Mund, Kopfdruck/Kopfschmerzen, Atemnot, Durchfall sowie Muskelverspannungen usw.


    In ihrem Verhalten wirken diese Menschen eher schweigsam oder gar "einsilbig",

    sie vermeiden oft den Blickkontakt, wirken mimisch resigniert und fast ein wenig starr und fallen durch ein eher "linkisches" Bewegungsmuster auf.

    Folgen für den einzelnen,

    Beeinträchtigung von Wohlbefinden, geistiger Leistungsfähigkeit, besonders Kreativität, Vitalität und Aktivität, kurz: eine eingeschränkte psychische, psychosoziale und körperliche Gesundheit. Der Endzustand ist dann erreicht, wenn die Betreffenden ihre vier Wände nicht mehr verlassen wollen oder können.

    Meist einhergehend mit Suchterkrankungen, Alkoholmißbrauch, Alkoholsucht, Tablettensucht, Antidepressiva für die oft auftretenden Depressionen in diesem Krankheitsbild.

    Auch andere Rauschdrogen, Hasch, Marihuana, Opiate wie LSD, Kokain usw.

    Hohe Suizidgefahr bei Sozialphobikern.


    Kann auch mit einer Agoraphobie verwechselt werden, früher nannte man das Platzangst.

    Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel, Warteschlangen vor Kassen, mit oder ohne Panikattacken.


    Quelle Prof. Dr. Med. Faust