Agoraphobie

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  • Als Agoraphobie oder Platzangst bezeichnet man eine bestimmte Form der Angststörung.
    Dabei wird die Angst durch bestimmte Orte und Situationen wie weite Plätze oder Menschengedränge ausgelöst. Die Betroffenen vermeiden die auslösenden Situationen und können im Extremfall nicht mehr die eigene Wohnung verlassen. Eine Agoraphobie liegt auch dann vor, wenn Menschen angstbedingt weite Plätze oder das Reisen allein oder generell meiden.

    Angst vor Enge, weiten Plätzen, Menschenmassen

    Allen diesen Situationen ist eine Angst vor einem Kontrollverlust gemeinsam. Die Betroffenen befürchten dann etwa, dass sie im Falle einer Panik oder potentiell bedrohlicher Körperzustände nicht schnell genug flüchten könnten, Hilfe nicht schnell genug verfügbar wäre oder sie in peinliche Situationen geraten könnten. Die Agoraphobie tritt häufig zusammen mit einer Panikstörung auf.


    Die Angst vor weiten Plätzen wird in der Psychologie Platzangst genannt. Dieser Fachbegriff wird in der Umgangssprache jedoch für den gegenteiligen Angstzustand verwendet, nämlich die Klaustrophobie (Angst vor engen Räumen). Die Klaustrophobie wird in der Fachsprache wiederum als Raumangst bezeichnet.


    Die Betroffenen zeigen in der Regel ein starkes Vermeidungsverhalten, da in unterschiedlichem Ausmaß Panikattacken auftreten können. Die Angst kann sich darauf beschränken, öffentliche Plätze oder Geschäfte zu betreten, wobei oft speziell Menschenansammlungen vermieden werden. In ausgeprägten Fällen setzt die Angst bereits in der Wohnung ein, sodass diese nicht mehr verlassen wird.

    Früher wurde der Begriff Agoraphobie ausschließlich für die Angst vor großen öffentlichen Plätzen verwendet. Inzwischen umfasst er auch die Angst vor anderen Situationen, sodass laut ICD-10 mindestens zwei der folgenden Angstauslöser nachweisbar sein müssen:

    1. Menschenmengen
    2. öffentliche Plätze
    3. Reisen mit weiter Entfernung von zu Hause
    4. Reisen alleine

    1 Psychotherapie

    Gesprächstherapien sind bei der reinen Agoraphobie in der Regel wenig wirksam. Eine bewährte Behandlung der Agoraphobie ist die Expositionstherapie, die im Rahmen einer Verhaltenstherapie durchgeführt wird.Dabei begeben sich der Betroffene und sein Therapeut an den jeweiligen Ort, der Angst auslöst und daher vermieden wird. Mit Hilfe des Therapeuten stellt sich der Betroffene seinen Ängsten und lässt sie in voller Stärke zu, um erleben zu können, dass die Angst unbegründet ist und mit der Zeit ganz von allein nachlässt. Der Therapeut unterstützt den Patienten darin, die Situation aufzusuchen, in der Situation zu bleiben und keine Vermeidungsstrategien anzuwenden. Vermeidungsverhalten kann die Angst zwar kurzfristig lindern, führt jedoch langfristig zur Aufrechterhaltung der Angs   Es gibt mindestens zwei Arten der Konfrontations-Therapie. Einerseits die Systematische Desensibilisierung, die schrittweise erfolgt. Andererseits gibt es auch noch das sogenannte „Flooding“, bei dem der Klient sich einer besonders angstauslösenden Situation sofort stellt. Erzwungenes Flooding, dem der Klient nicht freiwillig zustimmt, kann jedoch die gegenteilige Wirkung haben und die Problematik verschlimmern