Kenne keine Schuld

  • Wie ist das bei euch?


    Früher kannte ich nur weltliche Gefühle. Also, wenn die Sonne schien, ich mich über irgendwas gefreut habe, über Vögel die singen... aber meine menschlichen Gefühle sind knapp geblieben.


    Ich habe meine Mutter emotional aktiv und passiv fertig gemacht, evtl. normal in der Pubertät. Sie ist an Krebs gestorben, aber ich kenne einfach keine Schuld.


    Früher, wenn man mich angriff, wehrte ich mich aufs extremste. Brach sogar fast jemandem den Schädel. Aber ich bereue es nicht. Für mich ist das eine vernünftige Reaktion, weil sie es sonst nie lernen. Und außerdem, funktioniert das Leben auf Reaktionen... es ist wie ein Uhrwerk, alles passt ineinander und muss geschehen. Determinismus, der im Jetzt stattfindet, also je nach Wahrscheinlichkeit funktioniert. Das ist so komplex, das viele mit ihrem Verständnis auf der Strecke bleiben.


    Ich kenne Zuneigung, ich kenne Liebe, ich kenne Verantwortung. Ich kenne Hass, ich kenne, Trauer und Schmerz. Aber Schuld nicht.


    Oder vielleicht nur selten, wenn ich mich in Zuständen befinde an die ich mich nicht errinern kann. Ich denke, das geht schon Richtung DIS, also habe ich schizoide, psychopathische, sensible, soziale Anteile in mir die natürlich im Widerspruch sind und in mir ein Chaos hervorrufen.

  • Wie ist das bei mir?


    Ich weiß, dass mein Verhalten anderen Menschen schadet. Ich weiß, dass mein Verhalten anderen Menschen weh tut. Ich selbst kann mein Verhalten erkennen, und finde es unangemessen. Ich finde mein Verhalten nicht in Ordnung. Ich schade mit meinem Rückzugs Verhalten anderen Menschen, doch in erster Linie schade ich mir selbst, ich hindere mich selbst an der Weiterentwicklung.


    Die anderen haben die Möglichkeit, sich abzugrenzen, und wenn sie es nicht können, dann ist das ihre Aufgabe. Andere müssen sich von meinem Verhalten nicht gestört fühlen.


    Ich trage aber für meinen Teil, für mein unangemessenes Verhalten die Verantwortung. Und ich habe erkannt, dass mein Verhalten gestört ist, und ich bemühe mich um Veränderung.


    Schuldgefühle bringen mich nicht weiter.


    Erkenntnis bringt mich weiter. Wunsch nach Veränderung bringt mich weiter. Schuldgefühle dienen weder mir, noch anderen. Doch ich muß mein Verhalten erkennen, und sehen, dass das nicht in Ordnung ist.


    :) Liebe Grüße

  • Was für eine Weiterentwicklung meinst du?


    Inwiefern ist dein Verhalten denn nicht in Ordnung?
    Und warum solltest du es ändern?
    Den Menschen zu liebe, die du liebst bzw. sie dich, oder allen gegenüber?


    Ich verstehe das irgendwie nicht. Ich bin den meisten Menschen abweisend und sehr rational und eben introvertiert.
    Es ist nicht mein Problem, wenn andere ein Problem mit mir haben. Ich brauch den Kontakt nicht.

  • Weiterentwicklung heißt für mich in diesem Fall, raus aus der Störung. Für mich ist es eine Störung, wenn ich Probleme mit anderen Menschen habe, wenn ich mich mit anderen Menschen nicht wohlfühle. Ich will es ändern, ich sehe, dass mein Verhalten nicht in Ordnung ist, und ich tue es für mich, und wenn ich es für mich tue, dann tue ich es auch für andere, für die Harmonie, für den Frieden, für die Liebe, für die Freude, für das Glück.
    In diesem Forum gibt es einmal den Einzelgängertypen, der gerne Einzelgänger ist, der an seiner Situation nichts ändern möchte, der ganz zufrieden ist, so wie er ist, der aber dennoch Austausch mit anderen Einzelgängern sucht.....was ich auch gut finde, und einmal den Einzelgängertypen der nicht gerne Einzelgänger ist, und der das ändern möchte. Ich gehöre zu der zweiten Kategorie.


    Ich kann mich alleine nicht weiterentwickeln, ich brauche dazu andere Menschen. So wie sich z.B. ein Ei, auch nicht ohne Samen weiterentwickeln kann, es braucht immer den Austausch, die Kommunikation, das Gespräch, den Kontakt....


    :) Liebe Grüße

  • Vielleicht mangelt es dir ja bloß an Selbstreflektion, oder dir ist deine eigene Anwesenheit unangenehm was damit auf unbewusster Unzufriedenheit mit deiner Person beruht


    So wie du es formulierst, tippe ich mal darauf, dass die Probleme die du mit anderen Menschen hast, von anderen negativ gewertet werden und dir damit auf deinem Ego lasten?

  • Gute Frage, ist mir meine eigene Anwesenheit unangenehm?


    Nein, mir ist meine eigene Anwesenheit in der Regel (Ausnahmen bestätigen die Regel) nicht unangenehm. Ich bin gerne mit mir alleine, ich kann besser mit mir alleine sein, als mit anderen Menschen zusammen. Wenn ich alleine bin, geht es mir in der Regel gut, und wenn andere Menschen in meine Nähe kommen, geht es mir weniger gut. Das will ich ändern. Ich will mich auch im Zusammensein mit anderen Menschen wohlfühlen können.


    Ich brauche ein Gegenüber, ein Gegenüber das mich spiegelt, ein Gegenüber, damit ich an meine Gefühle komme.


    Du schreibst, "...dass die Probleme die du mit anderen Menschen hast, von anderen negativ gewertet werden und dir damit auf deinem Ego lasten?"

    Ich denke, ich werde immer wieder von anderen Menschen negativ gewertet werden, es wird immer Menschen geben, die mich nicht mögen, die mich ablehnen, die in mir das Gefühl erzeugen, dass ich nicht gut genug bin. Damit muß ich lernen zu leben. Ich kann nicht erwarten, dass mich alle Menschen mögen, dass werde ich nie kontrollieren können. Und doch tut es mir, oder meinem Ego, weh.


    Das einzige, was ich machen kann, ist, dass ich mir bewusst mache, wen ich ablehne, wen ich verurteile, wen ich nicht mag, wen ich als nicht gut genug empfinde. Auch diese Menschen sind mir ein Spiegel, wenn ich andere Menschen nicht mag, dann verletze ich sie, und ich verletze mich selbst, dann mag ich Teile von mir selbst auch nicht.


    :) Liebe Grüße

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